Fachbegriffe aus Heizung, Kälte, Klima, Sanitär, Photovoltaik und Gebäudeautomation – erklärt von einem Fachbetrieb, der diese Anlagen täglich plant, baut und wartet. Jeder Begriff steht für sich und ist einzeln verlinkbar.

131 Begriffe in 8 Themenfeldern · Stand 30. August 2026

Heizung und Wärmeerzeugung

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Bauart, die die Außenluft als Wärmequelle nutzt. Sie braucht keine Bohrung und keine Genehmigung und ist deshalb die mit Abstand häufigste Bauart im Bestand. Ihre Leistungszahl sinkt bei sehr tiefen Außentemperaturen, was bei der Auslegung berücksichtigt werden muss.

Siehe auch Wärmepumpe, Heizlast, Schallschutz bei Wärmepumpen

Sole-Wasser-Wärmepumpe

Erdwärmepumpe, die über Erdsonden oder Flächenkollektoren die konstante Temperatur des Erdreichs nutzt. Sie arbeitet ganzjährig gleichmäßiger als eine Luftwärmepumpe, erfordert aber eine Bohrung, eine wasserrechtliche Anzeige und höhere Anfangsinvestitionen.

Siehe auch Wärmepumpe, Jahresarbeitszahl (JAZ)

Monoblock und Split

Zwei Bauformen der Luftwärmepumpe. Beim Monoblock sitzt der gesamte Kältekreis im Außengerät, im Haus fließt nur Heizungswasser. Beim Splitgerät ist der Kältekreis auf Außen- und Innengerät verteilt, was eine Kältemittelleitung ins Gebäude und einen Sachkundenachweis für die Montage erfordert.

Siehe auch Wärmepumpe, Kältemittel und GWP, Sachkundenachweis Kältetechnik

Jahresarbeitszahl (JAZ)

Verhältnis der über ein Jahr abgegebenen Wärme zum verbrauchten Strom. Eine JAZ von 4,0 bedeutet: aus einer Kilowattstunde Strom werden vier Kilowattstunden Wärme. Die JAZ ist der ehrlichste Kennwert einer Wärmepumpe, weil sie den realen Betrieb abbildet und nicht den Prüfstand.

Siehe auch COP, Vorlauftemperatur

COP

Leistungszahl einer Wärmepumpe unter genormten Prüfbedingungen, gemessen in einem einzelnen Betriebspunkt. Der COP ist ein Laborwert und liegt meist über der im Betrieb erreichten Jahresarbeitszahl. Für den Vergleich zweier Geräte taugt er, für die Kostenschätzung nicht.

Siehe auch Jahresarbeitszahl (JAZ)

Vorlauftemperatur

Temperatur, mit der das Heizungswasser den Wärmeerzeuger verlässt. Jedes Grad weniger senkt den Stromverbrauch einer Wärmepumpe spürbar. Unter 55 Grad arbeitet fast jede Wärmepumpe wirtschaftlich, weshalb vor dem Tausch geprüft wird, ob die vorhandenen Heizflächen das hergeben.

Siehe auch Wärmepumpe, Hydraulischer Abgleich, Flächenheizung

Heizkurve

Regeleinstellung, die festlegt, wie stark die Vorlauftemperatur steigt, wenn es draußen kälter wird. Eine zu steil eingestellte Heizkurve ist die häufigste Ursache für unnötig hohen Verbrauch und lässt sich ohne Materialeinsatz korrigieren.

Siehe auch Vorlauftemperatur, Heizungsoptimierung

Heizlast

Rechnerisch ermittelte Leistung in Kilowatt, die ein Gebäude am kältesten Tag benötigt. Sie wird nach DIN EN 12831 raumweise bestimmt und ist die Grundlage jeder seriösen Auslegung. Eine nach Faustformel überdimensionierte Anlage taktet, verschleißt schneller und verbraucht mehr.

Siehe auch Wärmepumpe, Kühllast

Hydraulischer Abgleich

Einstellung der Volumenströme, damit jeder Heizkörper genau die Wassermenge bekommt, die er braucht. Ohne Abgleich werden anlagennahe Räume zu warm und entfernte zu kalt, was mit höherer Vorlauftemperatur ausgeglichen wird. Der Abgleich nach Verfahren B ist Voraussetzung für die Heizungsförderung.

Siehe auch Vorlauftemperatur, Heizungsoptimierung

Heizungsoptimierung

Bündel kleiner Maßnahmen an einer bestehenden Anlage: hydraulischer Abgleich, Austausch der Umwälzpumpe, Dämmung der Rohrleitungen, Anpassung der Heizkurve. Sie wird mit 15 Prozent gefördert, mit individuellem Sanierungsfahrplan mit 20 Prozent, und rechnet sich meist innerhalb weniger Jahre.

Siehe auch Hydraulischer Abgleich, Individueller Sanierungsfahrplan · Wartung und Optimierung

Hocheffizienzpumpe

Umwälzpumpe mit drehzahlgeregeltem Motor, die ihre Leistung dem tatsächlichen Bedarf anpasst. Sie verbraucht rund 70 bis 80 Prozent weniger Strom als eine ungeregelte Altpumpe und amortisiert sich in bestehenden Anlagen meist in wenigen Jahren.

Siehe auch Heizungsoptimierung

Pufferspeicher

Wasserspeicher, der Wärme zwischenlagert und den Wärmeerzeuger von der Abnahme entkoppelt. Er verhindert häufiges Ein- und Ausschalten, sichert die Abtauung der Wärmepumpe und schafft Reserve für Sperrzeiten des Netzbetreibers.

Siehe auch Wärmepumpe, Steuerbare Verbrauchseinrichtung (§ 14a EnWG)

Ausdehnungsgefäß

Druckbehälter, der die Volumenänderung des Heizungswassers bei Erwärmung aufnimmt. Ein defektes oder falsch vorgespanntes Gefäß ist eine der häufigsten Ursachen für Druckverlust und ständiges Nachfüllen.

Siehe auch Wartung und Instandsetzung

Flächenheizung

Fußboden-, Wand- oder Deckenheizung, die Wärme über große Flächen abgibt und deshalb mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommt. Sie ist die ideale Ergänzung zur Wärmepumpe und lässt sich im Sommer zur stillen Kühlung nutzen.

Siehe auch Vorlauftemperatur, Wärmepumpe, Wandheizung

Fußbodenheizung nachrüsten

Einbau einer Flächenheizung im Bestand, entweder im Dünnschichtsystem auf dem alten Estrich oder im Fräsverfahren, bei dem Kanäle in den vorhandenen Estrich gefräst werden. So lässt sich die Vorlauftemperatur auch ohne kompletten Fußbodenaufbau senken.

Siehe auch Flächenheizung, Altbausanierung

Wandheizung

Flächenheizung, bei der die Wandfläche zur Heizfläche wird. Sie liefert Strahlungswärme, kommt mit niedriger Vorlauftemperatur aus und ist dort eine Alternative, wo der Fußbodenaufbau nicht verändert werden kann.

Siehe auch Flächenheizung

Brennwerttechnik

Verbrennungstechnik, die zusätzlich die Wärme aus dem Wasserdampf im Abgas nutzt. Sie holt aus Gas oder Öl deutlich mehr heraus als ein alter Konstanttemperaturkessel. Neu eingebaute Gasheizungen unterliegen ab 2029 der Bio-Treppe des GModG.

Siehe auch GModG, Bio-Treppe, Hybridheizung

Kesseltausch

Austausch des Wärmeerzeugers unter Beibehaltung von Verteilung und Heizflächen. Der einfachste Modernisierungsschritt, aber auch der, bei dem am häufigsten Chancen liegen bleiben, weil Abgleich, Regelung und Speicher unangetastet bleiben.

Siehe auch Heizungsoptimierung, Hydraulischer Abgleich

Altbausanierung

Modernisierung der Heizung in einem Bestandsgebäude, meist mit vorhandenen Heizkörpern und höheren Vorlauftemperaturen. Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern die Frage, welche Vorlauftemperatur die vorhandenen Heizflächen am kältesten Tag brauchen.

Siehe auch Vorlauftemperatur, Fußbodenheizung nachrüsten

Hybridheizung

Kombination aus einer erneuerbaren Hauptheizung und einem fossilen Spitzenlasterzeuger, meist Wärmepumpe plus vorhandener Gaskessel. Sinnvoll in schlecht gedämmten Gebäuden und bei hohen Vorlauftemperaturen, weil die Wärmepumpe den Großteil der Jahresarbeit übernimmt und der Kessel nur die kältesten Tage abdeckt.

Siehe auch Wärmepumpe, GModG

Pelletheizung

Heizkessel für gepresste Holzpellets, meist mit automatischer Beschickung aus einem Lagerraum oder Gewebetank. Sie erreicht hohe Vorlauftemperaturen und eignet sich deshalb auch für Gebäude, die für eine Wärmepumpe zu viel Temperatur brauchen. Sie benötigt Lagerfläche und einen geeigneten Schornstein.

Siehe auch Hackschnitzelheizung, Nahwärme · Pelletheizung bei Maier Heiztechnik

Hackschnitzelheizung

Biomassekessel für maschinell zerkleinertes Holz. Der Brennstoff ist günstiger als Pellets, braucht aber deutlich mehr Lagervolumen und eine robustere Austragung. Typisch für Quartierslösungen, land- und forstwirtschaftliche Betriebe und größere Gewerbeobjekte.

Siehe auch Pelletheizung, Quartierslösung

Fernwärme

Wärme, die zentral erzeugt und über ein Leitungsnetz ins Gebäude geliefert wird. Im Haus entfällt der eigene Wärmeerzeuger, es bleibt eine Übergabestation. Die Anschlussmöglichkeit hängt vom örtlichen Netz ab und ist ein Ergebnis der kommunalen Wärmeplanung.

Siehe auch Hausübergabestation, Kommunale Wärmeplanung, Nahwärme · Fernwärmestation

Hausübergabestation

Kompakte Einheit, die das Fernwärmenetz vom Heizkreis des Gebäudes trennt und Wärme, Druck und Volumenstrom regelt. Sie enthält Wärmeübertrager, Regelung und Wärmemengenzähler und ist die Schnittstelle, an der die Abrechnung ansetzt.

Siehe auch Fernwärme, Wärmemengenzähler

Kraft-Wärme-Kopplung

Gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme in einem Blockheizkraftwerk. Der Brennstoff wird dadurch deutlich besser ausgenutzt als bei getrennter Erzeugung. Wirtschaftlich ist ein BHKW dort, wo ganzjährig gleichmäßig Wärme und Strom gebraucht werden, etwa in Kliniken, Bädern und größeren Wohnanlagen.

Siehe auch Contracting, Energiezentrale

Solarthermie

Kollektoren auf dem Dach, die Sonnenwärme direkt für Warmwasser und Heizungsunterstützung nutzen. Nicht zu verwechseln mit Photovoltaik, die Strom erzeugt. Solarthermie ist förderfähig und lässt sich mit fast jedem Wärmeerzeuger kombinieren.

Siehe auch Photovoltaik, Grundförderung

Nachtspeicherheizung

Elektrische Heizung, die nachts Wärme in Speichersteinen einlagert und tagsüber abgibt. Sie ist im Betrieb teuer und zählt zu den Altanlagen, deren Austausch den Klimageschwindigkeits-Bonus auslöst.

Siehe auch Klimageschwindigkeits-Bonus

Gas-Konstanttemperaturkessel

Älterer Kesseltyp, der unabhängig vom Wärmebedarf auf gleichbleibend hoher Temperatur fährt. Er hat hohe Bereitschaftsverluste und gehört zu den Anlagen, deren Austausch den Klimageschwindigkeits-Bonus auslöst.

Siehe auch Brennwerttechnik, Klimageschwindigkeits-Bonus

Abgasanlage

Schornstein oder Abgasleitung, die die Verbrennungsgase sicher ins Freie führt. Beim Wechsel auf Brennwerttechnik muss der vorhandene Schornstein meist mit einem feuchteunempfindlichen Rohr saniert werden, weil das Abgas deutlich kühler ist.

Siehe auch Brennwerttechnik

Wasserstoff-Readiness

Eigenschaft eines Gasgeräts, sich später mit vertretbarem Aufwand auf Wasserstoff umrüsten zu lassen. Ob und wann Wasserstoff im Verteilnetz ankommt, entscheidet die kommunale Wärmeplanung — die Zusage des Herstellers allein sagt darüber nichts.

Siehe auch Kommunale Wärmeplanung, GModG

Kälte, Klima und Lüftung

Kaltwassersatz

Zentrale Kältemaschine, die Wasser auf etwa sechs bis zwölf Grad herunterkühlt und über ein Rohrnetz an Kühldecken, Umluftkühler oder Lüftungsanlagen verteilt. Standardlösung in Verwaltungsbauten, Rechenzentren und Produktionsbetrieben.

Siehe auch Kühllast, Freie Kühlung, Rückkühlwerk · Kältetechnik für Gewerbe

Kältemittel und GWP

Arbeitsstoff im Kältekreis. Der GWP-Wert gibt an, wie stark ein Kilogramm davon im Vergleich zu Kohlendioxid auf das Klima wirkt. Moderne Anlagen nutzen zunehmend Propan (R290) mit einem GWP von 3 statt klassischer F-Gase mit Werten im vierstelligen Bereich.

Siehe auch F-Gase-Verordnung, Monoblock und Split

F-Gase-Verordnung

EU-Regelwerk, das fluorierte Treibhausgase schrittweise vom Markt nimmt und Betreiber zu Dichtheitsprüfungen und Aufzeichnungen verpflichtet. Wie oft geprüft werden muss, richtet sich nach der CO2-Äquivalentmenge der Anlage. Arbeiten am Kältekreis dürfen nur zertifizierte Betriebe ausführen.

Siehe auch Kältemittel und GWP, Sachkundenachweis Kältetechnik

Sachkundenachweis Kältetechnik

Persönliche und betriebliche Zertifizierung nach der Chemikalien-Klimaschutzverordnung, ohne die niemand an einem Kältekreis arbeiten darf. Wer eine Splitanlage oder eine Kältemaschine warten lässt, sollte sich die Zertifizierung des Betriebs zeigen lassen.

Siehe auch F-Gase-Verordnung

VRF-Anlage

Klimasystem mit variablem Kältemittelstrom, das ein Außengerät mit vielen Innengeräten verbindet und einzelne Räume gleichzeitig heizen und kühlen kann. Verbreitet in Büros, Hotels und Ladenflächen, weil es sich raumweise regeln lässt.

Siehe auch Kältemittel und GWP

Deckenkühlung

Flächensystem, bei dem die Decke zur Kühlfläche wird. Die Kühlung erfolgt überwiegend durch Strahlung und ist deshalb zugfrei und leise — angenehmer als jedes Umluftgerät und in Büros und Besprechungsräumen die komfortabelste Lösung.

Siehe auch Flächenheizung, Kühllast

RLT-Anlage

Raumlufttechnische Anlage, die Luft filtert, erwärmt, kühlt, befeuchtet oder entfeuchtet und dem Gebäude zuführt. In Versammlungsstätten, Laboren, Küchen und Reinräumen ist sie nicht Komfort, sondern Voraussetzung für den Betrieb.

Siehe auch Wärmerückgewinnung, MSR-Technik, VDI 6022

Wärmerückgewinnung

Verfahren, bei dem die Abluft ihre Wärme an die Zuluft abgibt, über Plattentauscher, Rotationsrad oder Kreislaufverbundsystem. Moderne Systeme holen 70 bis 90 Prozent der Wärme zurück und sind in Neubauten Pflicht.

Siehe auch RLT-Anlage

VDI 6022

Richtlinie für die Hygiene in raumlufttechnischen Anlagen. Sie legt fest, wie oft eine Anlage inspiziert, gereinigt und hygienisch überprüft werden muss. Für Betreiber öffentlicher und gewerblicher Gebäude ist sie der Maßstab, an dem im Schadensfall gemessen wird.

Siehe auch RLT-Anlage, Wartung und Instandsetzung

Freie Kühlung

Nutzung niedriger Außentemperaturen zur Kühlung, ohne den Verdichter der Kältemaschine laufen zu lassen. In unserem Klima deckt sie einen erheblichen Teil des Kühlbedarfs von Rechenzentren und Prozesskälteanlagen und senkt die Stromkosten deutlich.

Siehe auch Kaltwassersatz, Rechenzentrumskälte

Rückkühlwerk

Gerät, das die Abwärme einer Kälteanlage an die Außenluft abgibt, trocken oder mit Verdunstung. Es bestimmt maßgeblich, wie effizient und wie leise die gesamte Kälteanlage arbeitet.

Siehe auch Kaltwassersatz, Freie Kühlung

Prozesskälte

Kälte, die nicht dem Komfort, sondern der Produktion dient — für Maschinen, Werkzeuge, Labore oder Lebensmittel. Sie läuft meist ganzjährig, ist verfügbarkeitskritisch und rechtfertigt deshalb Redundanz und Fernüberwachung.

Siehe auch Redundanz, Fernüberwachung

Rechenzentrumskälte

Kühlung von Serverräumen mit hoher, gleichmäßiger Lastdichte. Ausfallsicherheit steht vor Effizienz, weshalb redundante Kreise, unterbrechungsfreie Versorgung und Fernüberwachung Standard sind. Ein großer Teil des Bedarfs lässt sich über freie Kühlung decken.

Siehe auch Freie Kühlung, Redundanz

Reinraum

Raum mit definierter Begrenzung luftgetragener Partikel, klassifiziert nach ISO 14644. Lüftung, Kälte und Druckhaltung bilden dort ein zusammenhängendes System, das nach jeder Änderung neu qualifiziert werden muss.

Siehe auch RLT-Anlage, VDI 6022

Kühllast

Rechnerisch ermittelte Wärmemenge, die aus einem Raum abgeführt werden muss, damit die gewünschte Temperatur gehalten wird. Sie berücksichtigt Sonneneinstrahlung, Personen, Beleuchtung und technische Geräte und ist die Grundlage jeder Kälteauslegung.

Siehe auch Heizlast, Kaltwassersatz

Schallschutz bei Wärmepumpen

Außengeräte müssen die Immissionsrichtwerte der TA Lärm einhalten, nachts an Wohnbebauung meist 40 Dezibel. Aufstellort, Abstand zur Grundstücksgrenze, Schallhaube und der Nachtbetrieb des Geräts entscheiden darüber, ob eine Anlage genehmigungsfähig und nachbarschaftsverträglich ist.

Siehe auch Wärmepumpe

Sanitär, Bad und Trinkwasser

Trinkwasserverordnung

Bundesverordnung, die die Qualität des Trinkwassers im Gebäude regelt. Sie verpflichtet Betreiber von Großanlagen zur Trinkwassererwärmung zu regelmäßigen Untersuchungen und legt fest, wann eine Gefährdungsanalyse fällig wird.

Siehe auch Legionellenprüfung, Gefährdungsanalyse, Trinkwasserhygiene

Trinkwasserhygiene

Summe aller Maßnahmen, die verhindern, dass sich im Leitungsnetz Keime vermehren: Temperaturhaltung, Durchströmung aller Stränge, Vermeidung von Totleitungen und regelmäßige Beprobung. Für Wohnungswirtschaft, Kliniken und Gewerbe eine Betreiberpflicht mit persönlicher Haftung.

Siehe auch Trinkwasserverordnung, Legionellenprüfung, Spülplan

Legionellenprüfung

Beprobung des Warmwassersystems auf Legionellen, für vermietete Mehrfamilienhäuser mit Großanlage in der Regel alle drei Jahre. Wichtigste Vorbeugung ist die Temperaturhaltung: mindestens 60 Grad am Speicheraustritt und mindestens 55 Grad in der Zirkulation.

Siehe auch Trinkwasserverordnung, Zirkulationsleitung, Probenahme

Probenahme

Entnahme von Wasserproben an festgelegten Stellen durch geschultes Personal, Grundlage jeder Legionellenuntersuchung. Wo entnommen wird und wie die Probe behandelt wird, entscheidet über die Verwertbarkeit des Laborergebnisses.

Siehe auch Legionellenprüfung

Gefährdungsanalyse

Systematische Untersuchung einer Trinkwasserinstallation nach Überschreitung des technischen Maßnahmenwerts. Sie klärt Ursache und Umfang der Belastung und mündet in einen Maßnahmenplan mit Fristen. Sie darf nur von entsprechend qualifizierten Personen erstellt werden.

Siehe auch Legionellenprüfung, Trinkwasserverordnung

Spülplan

Festgelegte Routine, mit der selten genutzte Entnahmestellen regelmäßig durchströmt werden, damit kein Stagnationswasser entsteht. In Schulen, Sporthallen und Leerständen ist der Spülplan die einfachste und wirksamste Hygienemaßnahme.

Siehe auch Trinkwasserhygiene

Zirkulationsleitung

Rückleitung, die das Warmwasser dauerhaft im Kreis führt, damit an jeder Zapfstelle sofort warmes Wasser ankommt. Sie ist hygienisch notwendig, kostet aber Energie und muss deshalb gedämmt und mit Regulierventilen abgeglichen sein.

Siehe auch Legionellenprüfung, Hydraulischer Abgleich

Frischwasserstation

Einheit, die Trinkwasser erst im Moment der Entnahme über einen Wärmeübertrager erwärmt, statt es in einem Speicher vorzuhalten. Da kein größeres Warmwasservolumen steht, sinkt das Legionellenrisiko deutlich.

Siehe auch Legionellenprüfung, Pufferspeicher

Badsanierung

Umbau eines Bades von der Teilmodernisierung bis zum Komplettbad. Der Ablauf steht und fällt mit der Vorbereitung: Bemusterung, Terminkette der Gewerke und die Frage, ob Leitungen und Abdichtung mit erneuert werden.

Siehe auch Barrierefreies Bad, Bemusterung · Bad und Sanitär

Barrierefreies Bad

Bad nach DIN 18040-2 mit bodengleicher Dusche, ausreichenden Bewegungsflächen und tragfähigen Wänden für Haltegriffe. Die Pflegekasse bezuschusst wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bei vorliegendem Pflegegrad mit bis zu 4.180 Euro je Maßnahme.

Siehe auch Zuschuss der Pflegekasse, Badsanierung

Rückstauschutz

Sicherung gegen Abwasser, das bei überlastetem Kanal in tiefliegende Räume zurückdrückt. Vorgeschrieben für Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene, meist der Straßenoberkante. Ohne funktionsfähigen Schutz kürzt die Versicherung im Schadensfall.

Siehe auch Wasserschadensanierung

Dichtheitsprüfung

Prüfung einer neu verlegten Leitung mit Wasser oder Luft vor dem Verschließen der Schlitze, dokumentiert im Prüfprotokoll. Sie ist Voraussetzung der Abnahme und im Streitfall der Nachweis, dass fachgerecht gearbeitet wurde.

Siehe auch Abnahme, Inbetriebnahme

Wasserschadensanierung

Ablauf nach einem Leitungs- oder Rohrbruchschaden: Ortung, Freilegen, Reparatur, Trocknung und Wiederherstellung. Entscheidend für den Versicherungsfall ist die lückenlose Dokumentation vom ersten Tag an.

Siehe auch Leckortung, Bautrocknung, Rückstauschutz

Leckortung

Zerstörungsarme Suche nach der Schadensstelle mit Thermografie, Korrelation, Prüfgas oder akustischen Verfahren. Sie spart im Regelfall ein Vielfaches ihrer Kosten, weil nicht auf Verdacht aufgestemmt werden muss.

Siehe auch Wasserschadensanierung

Bautrocknung

Technische Trocknung durchfeuchteter Bauteile mit Kondens- oder Adsorptionstrocknern, begleitet von Feuchtemessungen. Erst wenn die Ausgleichsfeuchte erreicht ist, darf wieder verschlossen werden — sonst folgt der Schimmelschaden auf den Wasserschaden.

Siehe auch Wasserschadensanierung

Enthärtungsanlage

Anlage, die Kalzium und Magnesium aus dem Trinkwasser entfernt und so Kalkablagerungen in Leitungen, Speichern und Armaturen verringert. Sinnvoll ab etwa 14 Grad deutscher Härte, wie sie im Raum Stuttgart und Esslingen verbreitet ist.

Siehe auch Trinkwasserhygiene

Photovoltaik, Strom und Speicher

Photovoltaik

Solaranlage, die Sonnenlicht direkt in Strom umwandelt. In Kombination mit einer Wärmepumpe senkt sie die Heizkosten spürbar, weil ein Teil des Wärmepumpenstroms vom eigenen Dach kommt.

Siehe auch Eigenverbrauch, Stromspeicher, Wärmepumpe

Eigenverbrauch

Anteil des selbst erzeugten Stroms, der im eigenen Gebäude verbraucht statt eingespeist wird. Da Eigenverbrauch den teuren Netzbezug ersetzt, ist er wirtschaftlich deutlich wertvoller als die Einspeisevergütung — Wärmepumpe, Warmwasserbereitung und Wallbox heben ihn stark an.

Siehe auch Photovoltaik, Einspeisevergütung

Stromspeicher

Batterie, die überschüssigen Solarstrom für die Abend- und Nachtstunden vorhält. Sie erhöht den Eigenverbrauch typischerweise von rund 30 auf 60 bis 70 Prozent. Die sinnvolle Größe orientiert sich am Nachtverbrauch, nicht an der Dachfläche.

Siehe auch Photovoltaik, Eigenverbrauch

Wallbox

Fest installierte Ladestation für Elektrofahrzeuge. Sie ist beim Netzbetreiber anzumelden und ab 12 Kilowatt genehmigungspflichtig. In Verbindung mit Photovoltaik lässt sie sich so steuern, dass bevorzugt Solarstrom geladen wird.

Siehe auch Photovoltaik, Steuerbare Verbrauchseinrichtung (§ 14a EnWG)

Steuerbare Verbrauchseinrichtung (§ 14a EnWG)

Regelung, nach der Wärmepumpen, Wallboxen und Stromspeicher vom Netzbetreiber in Spitzenzeiten kurzfristig gedrosselt werden dürfen. Im Gegenzug gibt es reduzierte Netzentgelte. Für die Auslegung heißt das: Speicher und Regelung müssen die Drosselzeiten überbrücken können.

Siehe auch Wärmepumpe, Pufferspeicher, Wallbox

Einspeisevergütung

Feste Vergütung für Solarstrom, der ins öffentliche Netz abgegeben wird. Sie liegt deutlich unter dem Bezugspreis, weshalb die Wirtschaftlichkeit einer Anlage heute überwiegend über den Eigenverbrauch entsteht.

Siehe auch Eigenverbrauch, Photovoltaik

Sektorenkopplung

Verbindung von Strom, Wärme und Mobilität zu einem System: Photovoltaik erzeugt, die Wärmepumpe wandelt in Wärme, der Speicher puffert, die Wallbox lädt. Der Gewinn entsteht nicht aus einer Einzelkomponente, sondern aus der gemeinsamen Regelung.

Siehe auch Photovoltaik, Wärmepumpe, Energiemanagementsystem

Digitalisierung, Automation und Fernwartung

Digitaler Heizungskeller

Heizzentrale, deren Anlagen durchgängig messtechnisch erfasst, geregelt und aus der Ferne einsehbar sind. Verbräuche werden nach Energieträger und Sektor getrennt, Störungen melden sich selbst, und Betriebsdaten lassen sich für Optimierung und Nachweise auswerten. Für Nichtwohngebäude über 70 Kilowatt wird dieser Ausbaustand durch das GModG zur Pflicht.

Siehe auch Gebäudeautomation, Energiemanagementsystem, Automationspflicht

Gebäudeautomation

Technik, die Heizung, Lüftung, Kälte, Beleuchtung und Verschattung eines Gebäudes automatisch aufeinander abstimmt. Sie senkt den Verbrauch, ohne dass jemand täglich eingreifen muss, und ist Voraussetzung dafür, Betriebsdaten überhaupt auswerten zu können.

Siehe auch Raumautomation, Gebäudeleittechnik, Automationspflicht

Raumautomation

Regelung auf Raumebene: Temperatur, Luftqualität, Präsenz und Fensterkontakt steuern Heizung, Kühlung und Lüftung des einzelnen Raums. In Schulen und Büros liegt hier der größte Einsparhebel, weil ungenutzte Räume nicht mehr voll konditioniert werden.

Siehe auch Gebäudeautomation

Automationspflicht

Verpflichtung, Nichtwohngebäude mit Gebäudeautomation und Energieüberwachung auszustatten. Mit dem GModG sinkt die Schwelle von 290 auf 70 Kilowatt Nennleistung — damit fallen erstmals auch Kitas, kleine Schulen und Werkhallen darunter.

Siehe auch GModG, Gebäudeautomation, Digitaler Heizungskeller

Energiemanagementsystem

System, das Energieverbräuche kontinuierlich erfasst, bewertet und Maßnahmen ableitet. Es trennt nach Energieträgern und nach Sektoren wie Wärme, Kälte und Licht und macht damit sichtbar, wo Verluste tatsächlich entstehen.

Siehe auch Energiemonitoring, Gebäudeautomation

Energiemonitoring

Laufende Erfassung und Auswertung von Verbrauchsdaten über Zähler und Sensoren. Es beantwortet die Frage, ob eine Anlage nach der Optimierung wirklich besser läuft — ohne Messung bleibt jede Einsparung eine Behauptung.

Siehe auch Energiemanagementsystem, Wärmemengenzähler

Fernüberwachung

Aufschaltung einer Anlage auf eine Leitstelle, die Betriebszustände und Grenzwerte laufend beobachtet. Störungen werden erkannt, bevor der Nutzer sie bemerkt, und die Fahrt zum Objekt erfolgt mit der richtigen Diagnose und dem richtigen Ersatzteil.

Siehe auch Fernwartung, Störmeldung, Anlagenmanagement

Fernwartung

Eingriff in eine Anlage über eine gesicherte Datenverbindung, ohne Anfahrt: Parameter anpassen, Regelung nachjustieren, Störung quittieren, Softwarestand aktualisieren. Sie verkürzt Ausfallzeiten erheblich und ersetzt einen Teil der Vor-Ort-Einsätze.

Siehe auch Fernüberwachung, Anlagenmanagement

Störmeldung

Automatische Benachrichtigung bei Überschreitung eines Grenzwerts oder Ausfall einer Komponente, gestaffelt nach Dringlichkeit und mit hinterlegtem Eskalationsweg. Ohne definierte Empfänger und Reaktionszeiten bleibt sie folgenlos.

Siehe auch Fernüberwachung, Reaktionszeit, Notdienst und Bereitschaft

Gebäudeleittechnik

Oberfläche, auf der alle Anlagen eines Gebäudes zusammenlaufen: Anlagenbilder, Zeitprogramme, Trendaufzeichnungen und Alarme an einer Stelle. Sie ist die Brücke zwischen der Technik im Keller und der Person, die das Gebäude betreibt.

Siehe auch MSR-Technik, Gebäudeautomation

Datenpunkt

Einzelner Mess-, Steuer- oder Meldewert in der Automation, etwa eine Temperatur, eine Ventilstellung oder eine Störmeldung. Die Zahl der Datenpunkte bestimmt Umfang und Preis einer Automationslösung und sollte in jedem Angebot beziffert sein.

Siehe auch Gebäudeautomation

BACnet

Herstellerneutrales Kommunikationsprotokoll der Gebäudeautomation, genormt in ISO 16484-5. Es erlaubt, Anlagen verschiedener Hersteller auf einer Leittechnik zusammenzuführen, und ist damit der Schlüssel zur geforderten offenen Schnittstelle.

Siehe auch Offene Schnittstelle, Gebäudeleittechnik

Modbus

Einfaches, weit verbreitetes Feldbusprotokoll, über das Wärmeerzeuger, Zähler und Frequenzumrichter ihre Werte bereitstellen. Robust und günstig, aber ohne die Beschreibungsfähigkeit von BACnet.

Siehe auch BACnet, Datenpunkt

KNX

Genormter Bus für die Raum- und Gebäudetechnik, vor allem für Licht, Verschattung und Einzelraumregelung. Herstellerübergreifend und langlebig, weil die Geräteintelligenz dezentral liegt.

Siehe auch Raumautomation, Offene Schnittstelle

Offene Schnittstelle

Dokumentierter, herstellerunabhängiger Zugang zu den Daten einer Anlage. Das GModG verlangt sie ausdrücklich — praktisch verhindert sie, dass ein Betreiber für jede Auswertung oder Erweiterung an einen einzigen Anbieter gebunden bleibt.

Siehe auch BACnet, Modbus, GModG

Anlagenmanagement

Technische Betreuung der Gebäudetechnik über den Lebenszyklus: Betrieb, Wartung, Störungsbeseitigung, Optimierung und Dokumentation, in der Regel mit Fernüberwachung unterlegt. Der Betreiber gibt Aufgaben ab, behält aber die Transparenz.

Siehe auch Technische Betriebsführung, Fernüberwachung

Zustandsorientierte Wartung

Wartung nach tatsächlichem Anlagenzustand statt nach starrem Kalender, gestützt auf Betriebsstunden, Trends und Messwerte aus der Fernüberwachung. Sie verlagert Aufwand dorthin, wo er wirkt, und vermeidet sowohl unnötige als auch verspätete Einsätze.

Siehe auch Fernüberwachung, Wartung und Instandsetzung

Förderung, Gesetze und Normen

GModG

Gebäudemodernisierungsgesetz. Es hat das Gebäudeenergiegesetz zum 29. Juli 2026 abgelöst, die Regelungen treten gestaffelt in Kraft. Die bisherige 65-Prozent-Regel für neue Heizungen ist entfallen; stattdessen sind mehrere Technologien mit ergänzenden Anforderungen zulässig.

Siehe auch Bio-Treppe, Automationspflicht, Nullemissionsgebäude

Bio-Treppe

Stufenplan des GModG für neu eingebaute Gasheizungen: Ab 2029 muss ein wachsender Anteil klimafreundlicher Brennstoffe eingesetzt werden — 10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040. Wer heute eine Gasheizung einbaut, sollte diese Kostenentwicklung mitrechnen.

Siehe auch GModG, Brennwerttechnik

Nullemissionsgebäude

Gebäudestandard ohne Emissionen aus fossilen Brennstoffen vor Ort. Er gilt nach dem GModG für Neubauten der öffentlichen Hand ab 2028 und für alle Neubauten ab 2030.

Siehe auch GModG, Solarpflicht

Worst-first-Ansatz

Vorgabe, zuerst die energetisch schlechtesten Gebäude zu sanieren. Für Nichtwohngebäude sieht das GModG vor, bis 2030 die schlechtesten 16 Prozent und bis 2033 die schlechtesten 26 Prozent des Bestands zu ertüchtigen.

Siehe auch GModG

Solarpflicht

Verpflichtung, geeignete Dachflächen mit Photovoltaik oder Solarthermie zu belegen. Nach dem GModG greift sie für Neubauten ab 2030; für öffentliche Bestandsgebäude gelten gestaffelte Fristen nach Gebäudegröße.

Siehe auch Photovoltaik, GModG

BEG

Bundesförderung für effiziente Gebäude, das Dach über allen staatlichen Zuschüssen und Krediten für Gebäudesanierung. Der Heizungstausch für Wohngebäude läuft darin über das KfW-Programm 458.

Siehe auch KfW 458, Grundförderung · Zuschüsse im Überblick

KfW 458

Zuschussprogramm der KfW für den Heizungstausch in Wohngebäuden. Der Antrag wird nach Abschluss eines Liefer- oder Leistungsvertrags gestellt, der eine aufschiebende Bedingung enthalten muss. Wer erst beauftragt und dann beantragt, verliert die Förderung.

Siehe auch BEG, Grundförderung, Förderfähige Höchstkosten · Zuschüsse im Überblick

Grundförderung

Basissatz von 30 Prozent für jede förderfähige Heizung auf Basis erneuerbarer Energien. Sie steht allen Eigentümern zu, auch Vermietern, und ist die Grundlage, auf die die Boni aufaddiert werden.

Siehe auch KfW 458, Klimageschwindigkeits-Bonus, Einkommens-Bonus

Klimageschwindigkeits-Bonus

Aufschlag für selbstnutzende Eigentümer, die eine funktionierende alte Heizung frühzeitig ersetzen. Seit dem 21. Juli 2026 beträgt er 16 Prozent statt zuvor 20 Prozent. Bis Januar 2027 bleibt es dabei, ab Februar 2027 sinkt er halbjährlich um 4 Prozentpunkte, ab August 2028 entfällt er. Voraussetzung ist eine Öl-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung, ein Gas-Konstanttemperaturkessel oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung.

Siehe auch Grundförderung, Gas-Konstanttemperaturkessel, Nachtspeicherheizung

Einkommens-Bonus

Gestaffelter Aufschlag für selbstnutzende Eigentümer, gemessen am zu versteuernden Haushaltseinkommen: 40 Prozent bis 30.000 Euro, 30 Prozent bis 40.000 Euro, 10 Prozent bis 50.000 Euro. Mit mindestens einem minderjährigen Kind im Haushalt verschiebt sich die Grenze um 10.000 Euro nach oben.

Siehe auch Grundförderung, KfW 458

Förderfähige Höchstkosten

Obergrenze der Kosten, auf die der Fördersatz angewendet wird: 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, seit dem 21. Juli 2026 abgesenkt von 30.000 Euro. Der Fördersatz beträgt im Regelfall höchstens 70 Prozent, in eng begrenzten Fällen mit niedrigem Einkommen bis zu 80 Prozent. Daraus ergibt sich ein maximaler Zuschuss von 19.600 beziehungsweise 22.400 Euro.

Siehe auch KfW 458, Grundförderung · Zuschüsse im Überblick

BAFA

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Es bearbeitet unter anderem die Förderung von Energieberatung und Effizienzmaßnahmen, während der Heizungstausch über die KfW läuft. Beide Wege werden umgangssprachlich oft in einen Topf geworfen.

Siehe auch KfW 458, Individueller Sanierungsfahrplan

Kommunale Wärmeplanung

Planung der Gemeinde, welche Gebiete künftig über Wärmenetze, dezentral oder über Wasserstoff versorgt werden sollen. Größere Städte mussten sie bis Mitte 2026 vorlegen, kleinere Gemeinden bis Mitte 2028. Sie ist die verlässlichste Grundlage für die Frage, ob sich das Warten auf einen Netzanschluss lohnt.

Siehe auch Fernwärme, Wasserstoff-Readiness

Individueller Sanierungsfahrplan

Vom Energieberater erstellter Stufenplan, der zeigt, in welcher Reihenfolge ein Gebäude saniert werden sollte. Er hebt den Fördersatz für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und für die Heizungsoptimierung um fünf Prozentpunkte und ist selbst förderfähig.

Siehe auch Heizungsoptimierung, BAFA

Energieausweis

Dokument, das die energetische Qualität eines Gebäudes ausweist, als Verbrauchs- oder Bedarfsausweis. Bei Verkauf und Neuvermietung ist er vorzulegen; für die Bewertung einer Heizungsmodernisierung ist der Bedarfsausweis der aussagekräftigere.

Siehe auch GModG

Zuschuss der Pflegekasse

Bei anerkanntem Pflegegrad bezuschusst die Pflegekasse nach § 40 Absatz 4 SGB XI wohnumfeldverbessernde Maßnahmen mit bis zu 4.180 Euro je Maßnahme. Typischer Fall ist der Umbau zur bodengleichen Dusche. Der Antrag muss vor Baubeginn gestellt sein.

Siehe auch Barrierefreies Bad · Zuschüsse im Überblick

Gewerbe, Industrie und Contracting

Energiezentrale

Baulich und technisch zusammengefasste Erzeugung für ein Gebäude oder Quartier: Wärmeerzeuger, Speicher, Hydraulik, Elektro und Regelung als ein System geplant. Kernstück jeder Nahwärme- und Contracting-Lösung.

Siehe auch Anlagenbau, Nahwärme, Contracting

Anlagenbau

Planung und Errichtung technischer Anlagen jenseits der Standardheizung: Heiz- und Energiezentralen, Prozesswärme, Dampf, große Kälteanlagen. Statt Katalogware entsteht eine auf den Betrieb zugeschnittene Anlage mit eigener Hydraulik und Regelung.

Siehe auch Energiezentrale, TGA · Leistungen für Geschäftskunden

Quartierslösung

Gemeinsame Wärmeversorgung mehrerer Gebäude über ein Nahwärmenetz. Sie senkt die Kosten je Wohneinheit, ermöglicht größere und effizientere Erzeuger und ist häufig der einzige wirtschaftliche Weg, einen ganzen Bestand umzustellen.

Siehe auch Nahwärme, Contracting, Energiezentrale

Wärmelieferung

Vertragsform, bei der nicht eine Anlage, sondern die gelieferte Kilowattstunde Wärme Gegenstand des Vertrags ist. Preisbestandteile, Preisgleitklausel und Laufzeit bestimmen die Wirtschaftlichkeit — bei Mietobjekten ist zusätzlich die Umlagefähigkeit zu prüfen.

Siehe auch Contracting, Wärmemengenzähler

Technische Betriebsführung

Übernahme des laufenden Betriebs der Gebäudetechnik durch einen Dienstleister: Bedienung, Überwachung, Wartungssteuerung, Störungsmanagement und Dokumentation. In Kliniken und Verwaltungsgebäuden der Regelfall, weil Betreiberpflichten sonst kaum lückenlos erfüllbar sind.

Siehe auch Anlagenmanagement, Betreiberverantwortung

Betreiberverantwortung

Rechtliche Pflicht des Gebäudebetreibers, technische Anlagen sicher zu betreiben, zu prüfen und zu dokumentieren. Sie lässt sich delegieren, aber nicht abgeben — die Auswahl und Überwachung des Dienstleisters bleibt beim Betreiber.

Siehe auch Technische Betriebsführung, Trinkwasserhygiene

Redundanz

Doppelte Auslegung kritischer Komponenten, damit der Ausfall eines Geräts den Betrieb nicht stoppt. Üblich als n+1: eine Einheit mehr, als für die Volllast nötig wäre. Standard in Rechenzentren, Kliniken und Prozesskälteanlagen.

Siehe auch Rechenzentrumskälte, Prozesskälte

Wärmemengenzähler

Messgerät, das aus Volumenstrom und Temperaturdifferenz die gelieferte Wärmemenge bestimmt. Grundlage jeder Abrechnung im Contracting und in Wärmenetzen; eichrechtlich befristet und turnusmäßig zu tauschen.

Siehe auch Wärmelieferung, Energiemonitoring

Reaktionszeit

Vertraglich zugesagte Frist zwischen Störungsmeldung und Beginn der Entstörung, meist nach Dringlichkeitsstufen gestaffelt. In Ausschreibungen einer der am höchsten gewichteten Punkte — und einer der wenigen, die man ohne Preisnachlass verbessern kann.

Siehe auch Störmeldung, Notdienst und Bereitschaft

Nachunternehmer

Fachbetrieb, der ein Gewerk im Auftrag eines General- oder Hauptunternehmers ausführt. Üblich im Objektgeschäft; entscheidend sind saubere Schnittstellen, geregelte Nachtragswege und die Frage, wer die Koordination der Gewerke schuldet.

Siehe auch VOB, Nachtrag, Präqualifikation

Präqualifikation

Vorab geprüfter Nachweis von Eignung, Fachkunde, Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit eines Betriebs. Sie erspart bei öffentlichen Vergaben das wiederholte Einreichen derselben Unterlagen und ist bei manchen Auftraggebern Zugangsvoraussetzung.

Siehe auch VOB, Nachunternehmer

Bürgschaft

Sicherheit, die der Auftraggeber für Vertragserfüllung oder Gewährleistung verlangt, gestellt von Bank oder Versicherung. Höhe und Laufzeit sind verhandelbar und binden Kreditlinie — bei mehreren Projekten ein realer Kostenfaktor.

Siehe auch VOB, Abnahme

Planung, Bau und Service

TGA

Technische Gebäudeausrüstung, der Sammelbegriff für Heizung, Lüftung, Klima, Kälte, Sanitär, Elektro und Gebäudeautomation. In Ausschreibungen ist TGA die Klammer, unter der diese Gewerke gemeinsam vergeben werden.

Siehe auch SHK, MSR-Technik, Anlagenbau · Leistungen für Geschäftskunden

SHK

Sanitär, Heizung, Klima. Bezeichnung des Handwerks und des Ausbildungsberufs Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

Siehe auch TGA, Meisterbetrieb · Offene Stellen

Meisterbetrieb

Handwerksbetrieb mit einem eingetragenen Meister als fachlich verantwortlicher Person. Im SHK-Handwerk ist der Meistertitel Voraussetzung für die Eintragung in die Handwerksrolle und für die Ausbildung von Nachwuchs.

Siehe auch SHK

VOB

Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen. Teil A regelt die Vergabe, Teil B das Vertragsverhältnis, Teil C die technischen Vorschriften. Bei öffentlichen Auftraggebern ist sie Standard und bestimmt unter anderem Abnahme, Nachträge und Gewährleistungsfristen.

Siehe auch Abnahme, Nachtrag, Präqualifikation

Leistungsphasen

Neun Stufen, in die die HOAI ein Bauvorhaben gliedert, von der Grundlagenermittlung über Entwurf und Ausschreibung bis zur Objektbetreuung. Die Ausführung durch das Fachunternehmen liegt in den Phasen 8 und 9.

Siehe auch TGA, BIM

BIM

Building Information Modeling: Planung an einem gemeinsamen digitalen Gebäudemodell, in dem Bauteile Eigenschaften tragen. Kollisionen zwischen Lüftungskanal, Rohrtrasse und Träger fallen am Bildschirm auf statt auf der Baustelle.

Siehe auch Leistungsphasen, Revisionsunterlagen

MSR-Technik

Mess-, Steuer- und Regelungstechnik: Fühler, Regler und Stellantriebe, die eine Anlage im Betrieb führen. Sie ist die Ebene, auf der aus einzelnen Geräten eine funktionierende Anlage wird.

Siehe auch Gebäudeleittechnik, Gebäudeautomation

Bemusterung

Auswahl und verbindliche Festlegung von Materialien, Armaturen und Oberflächen vor Ausführungsbeginn. Späte Bemusterung ist im Bad die häufigste Ursache für Terminverzug, weil Lieferzeiten die gesamte Gewerkekette verschieben.

Siehe auch Badsanierung

Inbetriebnahme

Erstmaliges geregeltes Anfahren der Anlage mit Funktionsprüfung, Einregulierung und Einweisung des Betreibers. Erst hier zeigt sich, ob Auslegung, Hydraulik und Regelung zusammenpassen — und hier entscheidet sich der spätere Verbrauch.

Siehe auch Hydraulischer Abgleich, Abnahme, Revisionsunterlagen

Revisionsunterlagen

Dokumentation des tatsächlich gebauten Zustands: Schemata, Strangpläne, Datenblätter, Prüfprotokolle, Einstellwerte und Bedienungsanleitungen. Ohne sie ist jede spätere Störungssuche und Erweiterung teurer als nötig.

Siehe auch Inbetriebnahme, Abnahme

Abnahme

Rechtsgeschäft, mit dem der Auftraggeber die Leistung als vertragsgemäß anerkennt. Mit der Abnahme beginnt die Gewährleistungsfrist, die Beweislast kehrt sich um und die Schlussrechnung wird fällig. Nach VOB/B beträgt die Frist in der Regel vier Jahre, nach BGB fünf.

Siehe auch VOB, Nachtrag, Revisionsunterlagen

Nachtrag

Vergütungsanspruch für Leistungen, die im ursprünglichen Vertrag nicht enthalten waren oder sich geändert haben. Er muss vor Ausführung angekündigt und begründet werden. Ungeklärte Nachträge sind der häufigste Streitpunkt am Bau.

Siehe auch VOB, Abnahme

Wartung und Instandsetzung

Wartung ist die planmäßige Pflege, die den Sollzustand erhält: reinigen, prüfen, einstellen, Verschleißteile tauschen. Instandsetzung ist die Reparatur nach einem Ausfall. Wartungsverträge decken die Wartung ab, die Instandsetzung wird gesondert abgerechnet.

Siehe auch Zustandsorientierte Wartung, F-Gase-Verordnung · Jährliche Wartung

Notdienst und Bereitschaft

Erreichbarkeit außerhalb der Bürozeiten für Störungen, die nicht bis zum nächsten Werktag warten können. Maier Heiztechnik hält für Kunden mit Wartungsvertrag eine eigene Notrufnummer mit Eskalationsstufen an 365 Tagen im Jahr vor.

Siehe auch Wartung und Instandsetzung, Reaktionszeit · Notdienst

Wer dieses Glossar führt. Die Maier Heiztechnik GmbH aus Köngen bei Esslingen ist ein Meisterbetrieb für Heizung, Kälte, Klima, Sanitär und technische Gebäudeausrüstung und arbeitet im Großraum Stuttgart und Esslingen. Wir pflegen dieses Glossar aus der täglichen Praxis in Planung, Ausführung, Wartung und Betriebsführung. Angaben zu Förderung und Gesetzgebung geben den Stand vom 30. August 2026 wieder und ersetzen keine Rechts- oder Energieberatung im Einzelfall.
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